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Eine Diskussionsreihe im Fishbowl-Format mit interaktiven Elementen und illustrativen Modellbeispielen über die Zukunftsfähigkeit der Hochschulen in Lehre, Forschung, Betrieb und Governance. Was geht und was fehlt? Geplant sind Veranstaltungen an Hochschulen im gesamten deutschsprachigen Raum.


Wäre diese Reihe auch etwas für eure Hochschule? Wenn ja, dann meldet euch bei Michael. Wir können euch alle notwendigen Dokumente und Infos für die Vorbereitung bereitstellen. Hier findet ihr das Konzeptpapier.

Termine


29. September 2016: Hochschule Darmstadt "Herausforderung Nachhaltige Entwicklung - die Hochschule Darmstadt weiter denken", im Schader-Forum im Rahmen des RASUM-Symposiums (Bericht)

Gäste:

  • Prof. Dr. Ralph Stengler, Präsident Hochschule Darmstadt
  • Prof. Dr. Klaus Ahrend, Honorarprofessor Hochschule Darmstadt, Vorstandsmitglied HEAG Holding AG
  • Dr. Silke Kleihauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin Hochschule Darmstadt, Mitgründerin I:NE
  • Christine Hermann, Studentin Hochschule Darmstadt, studentisches Mitglied im I:NE Sprecherteam
  • Johannes Geibel, Vorstand netzwerk n e.V., Nationale Plattform Weltaktionsprogramm BNE, Gründungsmitglied Greening the University Tübingen

Moderation: Michael Flohr, Vorstand netzwerk n e.V., Universität Erfurt, Fachforum Non-formales und informelles Lernen/Jugend im Weltaktionsprogramm BNE




22. Juni 2016: Hochschule Nordhausen "Ist die Hochschule Nordhausen zukunftsfähig?" (Bericht)

Gäste:

  • Prof. Dr. Jörg Wagner, Präsident der HS Nordhausen
  • Prof. Dr. –Ing. V. Wesselak, Vizepräsident für Forschung der HS Nordhausen
  • Hannes Haller, Doktorand FH Nordhausen, GoFair Nordhausen
  • Johannes Geibel, Vorstand netzwerk n e.V., Nationale Plattform Weltaktionsprogramm BNE, Gründungsmitglied Greening the University Tübingen
  • …das Publikum

Moderation: Michael Flohr, Vorstand netzwerk n e.V., Universität Erfurt, Fachforum Non-formales und informelles Lernen/Jugend im Weltaktionsprogramm BNE



Postkarte perspektive n Nordhausen


2. Juni 2016: Kooperationsveranstaltung zum Tag der Nachhaltigkeit an der TU Chemnitz mit Keynote und Podiumsteilnahme von Johannes Geibel

12. Mai 2016: Universität Erfurt "Die Universität Erfurt als zukunftsfähige Institution?!" (Bericht)


Gäste:

  • Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg, Präsident Universität Erfurt
  • Prof. Dr. Thomas Potthast , Universität Tübingen, Sprecher Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften
  • Johannes Geibel, Vorstand netzwerk n e.V., Nationale Plattform Weltaktionsprogramm BNE, Gründungsmitglied Greening the University Tübingen
  • Prof. Dr. Alexander Thumfart, Staatswissenschaftliche Fakultät, InnoNet BNE
  • …das Publikum

Moderation: Michael Flohr, Vorstand netzwerk n e.V., Universität Erfurt, Fachforum Non-formales und informelles Lernen/Jugend im Weltaktionsprogramm BNE


perspektive n Erfurt Postkarte_2



Inhalt


Die deutsche Hochschullandschaft verändert sich langsam aber stetig vor dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung. Neben den umfassend nachhaltig ausgerichteten Einrichtungen Leuphana Universität Lüneburg und Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde sind immer mehr Hochschulen von den Vorteilen einer strukturellen Transformation überzeugt und beginnen, über Veränderungen in ihren vier Tätigkeitsfeldern nachzudenken und diese umzusetzen:

  • In der Lehre entstehen zunehmend Fachbereiche, Studiengänge und einzelne Lehrveranstaltungen mit dezidiertem Nachhaltigkeitsfokus und (angewandter) Bildung für Nachhaltiger Entwicklung: Modul „Wissenschaft trägt Verantwortung“ (Leuphana Universität Lüneburg), Studium Oecologicum (Universität Tübingen), Studium Fundamentale (Universität Erfurt), Allgemeine Schlüsselqualifikation Nachhaltigkeit (Universität Halle-Wittenberge), Projektwerkstätten (TU Berlin und HNE Eberswalde), Umweltringvorlesungen (u.a. TU Dresden), Masterstudiengang Plurale Ökonomik (Universität Siegen) u.v.m.
  • In der Forschung steigt die Bedeutung von inter- und transdisziplinären Arbeitsgruppen und Forschungsprojekten: Bundesländer wie Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben spezifische Förderformat für transdisziplinäre Forschung eingeführt, ebenso das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Förderlinie „Sozial-ökologische Forschung“.
  • In der Governance werden neue Gremien und Zentren etabliert oder bestehende reformiert: (studentisch-geführte) Nachhaltigkeitsbüros (u.a. Universitäten Hildesheim, Konstanz und HU Berlin), Runder Tisch zur nachhaltigen Entwicklung (HNE Eberswalde), Beiräte für nachhaltige Entwicklung (u.a. Universität Tübingen, TU Berlin, HU Berlin, Universität Hamburg), Nachhaltigkeitsbeauftragte, studentische/r Vizepräsident/in (u.a. Hochschule Potsdam, Zeppelin Universität, HNE Eberswalde und Universität Rostock) etc.
  • Im Betrieb wirtschaften Hochschulen verantwortungsbewusster und gehen schonender mit natürlichen Ressourcen und eigenen Finanzmitteln um. Dies geschieht unter anderem durch Umweltmanagementsysteme nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme), Cradle-to-Cradle-Reinigungsmittel (Universität Tübingen), einer Gemeinwohlbilanzierung und vielfältigen Projekten in den Bereichen Energie, Ernährung, Mobilität, Beschaffung, etc.

Häufig bilden Studierende und Studierendeninitiativen den Anfangspunkt. Sie schieben Veränderungen an und rücken die Reflexion über bestehende Strukturen ins Bewusstsein. Aber auch darüber hinaus finden sich in allen Statusgruppen Fürsprecher und Vorbilder für eine zukunftsfähige Entwicklung ihrer Einrichtung. Die Diskussionsreihe perspektive n – Hochschule weiter denken möchte all diese Personen zusammenführen und dazu anregen, über das Bestehende und das künftig Erwünschte an ihrer Hochschule zu diskutieren. Folgende Fragen stehen unter anderem im Mittelpunkt:

  • Warum soll sich die Hochschule verändern? Welche Vorteile bringt das?
  • Wie bedeutsam ist nachhaltige Entwicklung für die Hochschule?
  • Welche Ansätze bestehen bereits heute an der Hochschule in den vier Tätigkeitsfeldern?
  • Wie gestaltet sich der Austausch zwischen allen Statusgruppen?
  • Inwiefern bestehen Möglichkeiten, modellhafte Ansätze anderer Hochschulen zu übertragen?
  • Welche Strukturen können geschaffen werden?
  • Welche nächsten Schritte gilt es zu unternehmen?

Ablauf

Insgesamt soll die Barriere zwischen „Podium“ und „Publikum“ aufgebrochen werden, weshalb sich eine lose und bunte Anordnung der Stühle im Raum empfiehlt. Die Diskussion beginnt mit einer kurzen Verständigung darüber, welche Inhalte und welche mögliche Vision sich hinter nachhaltiger Entwicklung an Hochschulen verbergen können. Das weitere Format ist im Fishbowl angelegt, das heißt in der Mitte des Raums sitzen die eingeladenen Diskutant_innen, jedoch stehen zudem zusätzliche Stühle bereit, auf die sich jederzeit Gäste aus dem Publikum setzen können, um eigene Gedanken und Fragen in das Gespräch einzubringen. Die dort Sitzenden können jederzeit von anderen Personen wieder abgelöst werden. Kurze Videozusammenschnitte von modellhaften Projekten an Hochschulen ergänzen je nach sich entwickelndem Themenfokus die Diskussion. Weitere mögliche je nach Situation gewählte Methoden für die Gesprächsrunde sind der Faktencheck, Kurzabstimmung per Smartphone, der Kopfstand oder der Rollentausch. Zudem ist je nach Publikumsgröße denkbar, dass Anwesende Fragen auf Zetteln notieren, die von einer Person sortiert und gebündelt in die Diskussion eingespeist werden und auf die die Diskutant_innen knapp innerhalb 1 Minute antworten.

Nach der Veranstaltung findet ein Umtrunk statt, damit sich die verschiedenen Engagierten, Interessierten und Anwesenden kennenlernen, vernetzen und die weiteren Schritte absprechen können.

Bedeutung der strukturellen Transformation von Hochschulen

Für die Große Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung kommt dem Bildungs- und Wissenschaftssystem eine elementare, wenn nicht die zentrale Rolle zu.[1] Die knapp 400 Hochschulen in Deutschland mit ihren 2,7 Mio. Studierenden und gut 660.000 Forscher_innen, Lehrenden und Verwaltungsmitarbeiter_innen[2] können eine Pionierrolle bei diesem gesellschaftlichen Transformationsprozess einnehmen. Hochschulen sind Orte, an denen geforscht, gelehrt, gelernt und zum Handeln befähigt wird; das Bestehende zu hinterfragen, ist eine wesentliche Aufgabe von Hochschulen, die als Zukunfts-Labore und Experimentierfelder für soziale und technische Innovationen wirken sollten. Der besondere Schutz der akademischen Selbstverwaltung und der im Grundgesetz verankerten Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre macht Hochschulen zu eigenständigen und idealtypisch unabhängigen Bildungs- und Forschungseinrichtungen, die dennoch eine gesellschaftliche (Mit-)Verantwortung für das gesellschaftliche Miteinander tragen. Sie sollten daher den Nachhaltigkeitsgedanken umfassend in die Hochschulstrukturen implementieren und alle vier Kernbereiche hochschulischer Aktivitäten (Lehre, Forschung, Betrieb, Governance) konsequent vor dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung neu denken und entsprechend transformieren.

Für diesen umfassenden institutionellen Lern- und Transformationsprozesse sind Studierende und studentische Initiativen von großer Bedeutung, da sie Veränderungen an ihrer Hochschule einfordern und unterstützen. Studien zeigen, dass gerade unter Studierenden ein überdurchschnittlich hohes Nachhaltigkeitsbewusstsein und ein starker Wille zur Veränderung vorhanden sind.[3] Eine überwältigende Mehrheit der Studierenden in Großbritannien (90 % in 2015) erachtet es beispielsweise essentiell, dass Hochschulen selbst als Institution nachhaltig wirtschaften und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen.[4]


[1] Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) (2011): Welt im Wandel: Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation. Hauptgutachten 2011.

[2] Hochschulrektorenkonferenz: Hochschulen in Zahlen 2015: http://www.hrk.de/fileadmin/_migrated/content_ uploads/2015-05-13_Final_Hochschulen_in_Zahlen_ 2015_fuer_Internet.pdf.

[3] Vgl. u.a. Bagel (2014): Wandel politischer Orientierungen und gesellschaftlicher Werte der Studierenden. S. 8 und Ramm et al. (2014): Studiensituation und studentische Orientierungen. S. 61.

[4] Drayson (2015): Student attitudes towards, and skills for, sustainable development. [Fifth annual report]. Student attitudes towards and skills for sustainable development.