Aktuelles

 

Hier findest Du Berichte von Veranstaltungen, auf welchen wir 2017 aktiv waren, und Neuigkeiten von und über uns.



Zu Besuch bei einem Symposium der Arbeitsgruppe Forschen Verantworten

Hochschulen zwischen Ökonomisierung und ideeller Ausrichtung

Berlin, 8. Februar 2017 - Am letzten Januar Wochenende fand in Frankfurt am Main das Symposium Ökonomisierung der Wissenschaft statt und das netzwerk n war dabei. Neben einer Diskussionsrunde sowie mehreren Vorträgen zum Thema des Symposiums gab es eine Workshop-Phase, in der Britta Leusing (Kanzlerin der IB-Hochschule Berlin) die Transformation der Hochschule aus theoretischer Perspektive beleuchtete. Dabei beschrieb sie, wie sich die Hochschule in den letzten Jahrzehnten zunehmend von einer 'spezifischen' zu einer 'normalen' Organisation gewandelt hat, d.h. in Richtung eines Unternehmens. Allerdings machte sie auch deutlich, dass sich Hochschulen bereits seit vielen Jahrhunderten schon gegen Veränderungen behaupten konnte ('Freiheit der Forschung'). Ihnen ist quasi eine ideelle Ausrichtung in die Wiege gelegt. Das ist für unsere Arbeit spannend, da es die Relevanz der Etablierung einer Leitbildorientierung an Nachhaltigkeit zeigt. Das wird uns bei der Erstellung des Positionspapiers, das wir bei der konferenz n bereits diskutiert haben, noch einmal mehr motivieren, ein solches Leitbild zu etablieren.


Wandercoaching-Bericht vom Projektteam zukunftsfähige Hochschulen gestalten

Zehn Wandercoachings an vielen Orten in Süddeutschland


Berlin, 6. Februar 2017 - In den letzten Wochen waren die Wandercoaches des aktuellen Jahrgangs sehr fleißig: Es haben bereits zehn Coachings an verschiedenen Hochschulstandorten stattgefunden. Das gehört berichtet und gefeiert!

An Hochschulen in Stuttgart, Hohenheim, Darmstadt, Passau, Ludwigsburg, Karlsruhe, Rottenburg, Heidelberg und Ulm fanden im Dezember 2016 und Januar 2017 Wandercoachings statt. Die vom Projektteam „Zukunftsfähige Hochschulen gestalten“ ausgebildeten Coaches haben in wechselnden 2-er-Kombinationen Hochschulinitiativen besucht und mit ihnen je ein Wochenende lang intensiv gearbeitet. Doch was ist dieses Wandercoaching und wie läuft es eigentlich ab, fragt Ihr Euch?

Zunächst melden sich die Gruppen hier auf der plattform n an, denn hier passiert der erste Schritt des Coachings: die Online-Aufwärmphase mit Anregungen zu nachhaltiger Entwicklung, transformativer Wissenschaft, Nachhaltigkeits-Akteuren und Best-Practices der nachhaltigen Entwicklung an Hochschulen. Außerdem werden Fragen zum eigenen Nachhaltigkeitsverständnis und Wünsche für das Coaching gesammelt. Am Ende der Aufwärmphase sind die Gruppen gut auf das Coaching-Wochenende vorbereitet und außerdem mit der Plattform vertraut.

Es folgte jeweils das Highlight: das Coaching-Wochenende voller Inspiration, Reflexion und Motivation am Hochschulstandort der jeweiligen Gruppe. Dort wird methodisch kreativ vorbereitet und reflektiert an Gruppenprozessen, Projektplanung und der eigenen Vision einer nachhaltigen Hochschule gearbeitet.

Und was sind nun die konkreten Themen und Ergebnisse der diesjährigen Coachings?

Mit einem Reflexionsprozess zu eigenen und Gruppen-Kompetenzen hin zu der Entwicklung von einer Vision der eigenen Hochschule in nachhaltiger Entwicklung, Wissensaustausch zu verschiedenen Ansätzen von Nachhaltigkeit und verschiedenen Möglichkeiten, sich an der Hochschule dafür einzusetzen (Lehre, Forschung, Betrieb, Governance) ging es in den meisten Fällen los. Bevor die Gruppen dann unter Anleitung der Coaches z.B. an den internen Kommunikationsprozessen, einer größeren Sichtbarkeit der Gruppe an der Hochschule, der Einbindung neuer Mitglieder, der Evaluation bestehender Projekte sowie der Ausarbeitung von Projektideen tüftelten – je nach Bedürfnis und Herausforderungen der Gruppe.


WaCo_3.Jahrgang


Herausgekommen sind viele Verbesserungsideen für die eigene Gruppenarbeit: Wie strukturieren wir unsere Gruppentreffen? Was sind unsere gemeinsamen Kommunikationsregeln? Wie teilen wir unsere Arbeit gerecht untereinander auf? Ebenso wie eine gehörige Portion Selbsterkenntnis: Was kann ich eigentlich gut und bringe ich in die Gruppenarbeit ein? Welche Rolle nehme ich in der Gruppe ein? Was ist meine Motivation für mein Engagement? Sowie last but not least viele – teilweise konkrete, teilweise utopische – Projektideen in den Bereichen Lehre, Betrieb und Governance: ein Auto-freier Tag an der Hochschule, die Idee eines „Essbaren Campus“ oder einer „Wilden Wiese“ auf dem Campus mit Informationstafeln zu Biodiversität, ein ASQ-Modul oder eine Ringvorlesung zu Nachhaltigkeit, ein Studium Oecologicum sowie Planungen für perspektive n perspektive-n-Veranstaltungen oder ein erster Aufschlag für ein Konzeptpapier für nachhaltige Hochschulen. Im Raum Stuttgart ist konkret die Idee einer Vernetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen an verschiedenen Hochschulen durch einen regelmäßigen „Grünen Tisch“ entstanden. Die Coaches standen in diesem kreativen Prozess mit Projektmanagement-Methoden (CANVAS, Roadmap, Projektsteckbrief) sowie ihren eigenen Erfahrungen zur Seite.

Gerade starten wie die zweite Runde des diesjährigen Wandercoachings, es haben sich bereits viele Gruppen beworben, von denen einige nun im Sommersemester in den Genuss eines Coaching-Wochenendes kommen werden. Zum Ende des Sommersemesters findet das alljährliche Vernetzungstreffen aller gecoachten Gruppen, Coaches und netzwerk-n-Aktiven statt – dieses Jahr vom 22.-25.6.2017 auf der Burg Lutter. Wir freuen uns bereits drauf und sind gespannt, welche der Projektideen dann bereits in der Umsetzungsphase sind!



Bericht vom Statussymposium „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ Niedersachsen

Forschst Du noch disziplinär oder transformierst Du schon?


Berlin, 31. Januar 2017 - Mit dem Förderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ möchte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur zusammen mit der VolkswagenStiftung ganz gezielt Forschungsprojekte fördern, die sich „am Leitbild der Nachhaltigkeit“ orientieren. Das hohe fachliche Niveau und die Ausrichtung an gesellschaftlich bedeutsamen Fragen sind die beiden Leitmotive dieses Programmes. In den ersten beiden Runden in 2014 und 2015 wurden dabei 15 Projekte ausgewählt.


Das Statussymposium selbst hatte zum Ziel, nicht nur den Austausch zwischen den Forschungsgruppen zu fördern, sondern insbesondere den Dialog der Forscher_innen mit Bürger_innen und Vertreter_innen von gesellschaftlichen Gruppen zu ermöglichen. Um es gleich vorweg zu nehmen: letzteres gelang überhaupt nicht; man blieb doch sehr im ‚Elfenbeinturm‘ Wissenschaft. Aber dazu später noch mehr.


Die sich präsentierenden Forschungsprojekte waren größtenteils durchaus beeindruckend, gerade auch in ihrem transdisziplinären Ansatz. Hervorzuheben ist da das Projekt „METAPOLIS: eine inter- und transdisziplinäre Plattform für eine nachhaltige Entwicklung von Stadt-Land-Beziehungen in Niedersachsen“. Das Forschungsprojekt untersucht dabei, „wie sich Strategien einer nachhaltigen Entwicklung von Stadt-Land-Beziehungen in Niedersachsen identifizieren und implementieren lassen. Der Begriff METAPOLIS bezeichnet Netzwerke großer, mittelgroßer und kleiner Siedlungen in einer ländlichen Umgebung, die durch Verkehrs-, Waren- und Datenströme sowie alltägliche Handlungen ihrer Bevölkerung verbunden sind – sprich: räumlich, ökologisch, sozial und ökonomisch.“ Das spannende hierbei ist, dass das Projekt Pfade aufzeigt, wie echte Bürgerbeteiligung tatsächlich funktionieren kann: nämlich durch eine ungeheure Vielfalt an Formaten, wie z.B. Bürgerwerkstätten in Dörfern und Kleinstädten und Theaterstücken. [1][2]
 

Ebenso vorbildhaft in seinem transdisziplinären Anspruch und Wirklichkeit ist das Projekt „Leverage Points for Sustainability Transformation: Institutions, People and Knowledge“ welches von Forscher_innen der Leuphana Universität Lüneburg koordiniert wird. Hier wird das Konzept der ‚Leverage points‘ (Hebelpunkte), im Jahr 1999 durch Donella Meadows in die Literatur eingeführt, konkret auf die Politikfelder Energie und Ernährung in Transsylvanien (Rumänien) und Niedersachsen angewandt. Noch gibt es keine Resultate; das Forschungsdesign lässt aber auf spannende Erkenntnisse hoffen.


Niedersachsen_Statussymposium



Resümierend lässt sich festhalten: Mit diesem Förderprogramm soll dezidiert Wissenschaft gefördert werden, die inter- und transdisziplinär forscht und damit zu gesellschaftlichen Veränderungsprozessen aktiv beitragen kann. Dieser Anspruch wird, so Johannes fester Eindruck, von einigen der Projekte auch tatsächlich erfüllt. Allerdings gibt es auch solche Forschungsvorhaben, die in ihrem Ansatz im besten Falle multidisziplinär sind. Das ist in jedem Falle bedauerlich, da diese Forschungsprogramm doch einen anderen Anspruch hat. 


Gerade die Statussymposien sollen dazu dienen, die Forschungsresultate mit Bürger_innen und Vertretern gesellschaftlicher Gruppen zu diskutieren. Dies wurde mit der aktuellen Veranstaltung leider gar nicht erreicht. Aber vielleicht ist die Partizipation in den Forschungsprojekten vor Ort auch die viel wesentlichere Komponente? Auf jeden Fall sollte seitens der Fördermittelgeber verstärkt darüber nachgedacht werden, welcher anderen Formate es bedarf, um Wissenschaft auch über den Elfenbeinturm hinaus zugänglich zu machen.




Das netzwerk n beim Transformationsworkshop in Hamburg

„Aufhören. Warum, wie, wer und wann am Besten was“

Hamburg, 26.1.2017 - Jana und Verena hatten die Ehre, den Tag zusammen mit ca. 100 anderen jungen Akteuren des Wandels in Hamburg zu verbringen und am Transformationsworkshop von Luise Tremel teilzunehmen. Die stellte ihre Dissertationsergebnisee unter dem Titel „Aufhören. Warum, wie, wer und wann am Besten was“ vor und diskutierte sie mit allen Anwesenden in Perspektiven-Workshops.

Der Tag war unglaublich dynamisch und intensiv. Nach Grußworten von Johannes Merck (Michael-Otto-Stiftung) und Harald Welzer (Norbert Elias Centrum für Transformationsdesign an der Europa-Universität Flensburg & Doktorvater) entführte Luise uns in die Welt ihrer Dissertation: die Abschaffung der Sklaverei im Atlantischen Raum und der Versuch, daraus Parallelen zu ziehen für die Ökologische Transformation. Besonders interessant ist hierbei das von ihr entwickelte Phasenmodell, was spannende Aufschlüsse darüber gibt, wer in Wandelprozessen wann welche Rolle einnimmt und welche Gestaltungsmacht besitzt. Die Mitschrift ihres überaus spannenden Vortrags findet sich hier.
Nach dem offiziellen Programmteil diskutierten die Teilnehmenden bei dem ein oder anderen Glas Wein noch angeregt an der Bar des Wälderhauses (eine architektonische Sehenswürdigkeit!) weiter und ließen so den aufregenden Tag nach den Ergebnispräsentationen der Workhopgruppen und Schlussworten von Luise Tremel gemütlich ausklingen.

Wir sind froh, an diesem spannenden Experiment teilgenommen zu haben und wünschen uns noch eine weitere Verbreitung dieser mutigen und grandiosen Dissertation und ihrer Ergebnisse.

                               mostiftung                              nec



Besuch einer Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung

Zukunftsfähige Infrastrukturen an Hochschulen

Berlin, 24.1.2017 - Nachdem wir spätestens bei der letzten konferenz n im Dezember 2016 bereits große Gemeinsamkeiten mit der (grünen) Heinrich-Böll-Stiftung hinsichtlich des Engagements für nachhaltige Hochschulen ausmachen konnten, waren wir gespannt, wie es bei der sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) aussehen würde.


FES_Infrastrukturen_an_Hochschulen


Bei der Konferenz mussten wir dann zwar feststellen, dass 'Zukunftsfähigkeit' bei der FES bisher vor allem als politische, finanzielle und soziale Herausforderung verstanden wird. Doch unser Hinweis, dass Infrastrukturen an Hochschulen auch (im ökologischen Sinne) nachhaltig sein müssen, wurde positiv aufgenommen. Wir hoffen auf weiteren Austausch!



Das netzwerk n trifft BildungsCent

Was hat Nachhaltigkeitsbildung an Schulen mit dem netzwerk n zu tun?


Berlin, 19. Januar 2017 - Jana und Verena waren am 19.1.2017 zu einem Kennenlerntreffen bei BildungsCent e.V. mit Silke Ramelow und Sofie Menke. Der Fokus von BildungsCent sind Klimabildungsprojekte mit Schüler_innen aller Altersstufen. Trotz der unterschiedlichen Zielgruppen unserer Organisationen war der Austausch über unsere Strukturen, Materialien und Formate, die wir anbieten, überaus fruchtbar. U.a. hat BildungsCent sogenannte KlimaKisten entwickelt, die an 2400 Schulen verteilt wurden. Inspiriert von den vielen Materialien ist eine Adaptation für den Hochschulkontext gut vorstellbar. Schon jetzt wollen wir z.B. die „Waldkarten“ von BildungsCent für die Ausbildung der Coaches mitnehmen, damit diese sie wiederum bei ihren Coachings mit den Gruppen nutzen können. Eine weitere mögliche konkrete Schnittmenge sind Projektideen mit angehenden Lehrer_innen. Den Kontakt könnten wir über das netzwerk n herstellen, während BildungsCent Kontakt zu den Schulen und nachhaltigkeitsaffinen Lehrkräften herstellt.


Logo BildungsCent


Wir sind sehr dankbar für diesen spannenden Austausch mit unseren Büronachbar_innen und freuen uns, auch weiterhin Ideen zu spinnen und diese möglicherweise in einen gemeinsamen Projektantrag zu gießen.




Das Wandercoaching-Programm für das kommende Sommersemester 2017

Wie gestalten wir unsere Hochschulen nachhaltig? Macht mit beim Wandercoaching!


Berlin, 12. Januar 2016 - Ab heute können sich studentische Gruppen und Initiativen wieder für ein kostenloses Wandercoaching durch zwei unserer ausgebildeten Coaches bewerben. Interessierte Gruppen können sich bis zum 31. Januar bei uns melden, um gemeinsam mit uns an einer Vision zu arbeiten, Projekte auf den Weg zu bringen und die eigene Hochschule umzukrempeln! FallsWas genau das Wandercoaching bringt und wer sich darauf bewerben kann, lest Ihr hier! Zum aktuellen Bewerbungsbogen geht es hier entlang.

Hier könnt Ihr nochmal alle Infos zu Inhalt, Ablauf und Bewerbung nachlesen und in unserem Wandercoaching-Video vom letzten Jahrgang anschauen. Wir freuen uns auf motivierte Gruppen und auf spannende Coachings rund um das Thema nachhaltige Hochschule!

Wir freuen uns schon auf Eure Bewerbungen!

WaCo